Für Gerechtigkeit und Vaterland

Die Chronik einer Binger Burschenschaft

Die Gründung (1923)

Wir schreiben das Jahr 1923, fünf Jahre nach dem Ende des ersten Weltkrieges. In einer Zeit der schwersten Erniedrigung Deutschlands durch die Siegermächte.

Nachdem am 06.01.1923 die USA die Besatzungszone im Rheinland liquidiert hatte und das Regiment allein den Franzosen überließ, waren am 11.01.1923 französische Truppen mit 5 Divisionen, Tanks, Artillerie und Fliegern, etwa 40.000 Mann, in das bis dahin unbesetzte Ruhrgebiet einmarschiert. Daraufhin proklamierte die damalige Reichsregierung unter dem Kanzler Cuno den passiven Widerstand und finanzierte den Generalstreik an der Ruhr.

Die Betriebe, Zechen, Bahn, Post und Telegraphen standen still. Der passive Widerstand breitete sich über das gesamte Besatzungsgebiet aus und das normale Leben erstarb unter französischen Bajonetten. In den Schulen fanden Trauerkundgebungen statt, auf den Plätzen im ganzen Reich Protestkundgebungen. Tanzlustbarkeiten wurden verboten. Deutschland trauerte. Aber eine Welle des Nationalbewusstseins aller Deutschen überspülte das Land. Auf dem Rhein übernahmen die Köln-Düsseldorfer Rheindampfer den Personenverkehr, auf den Landstraßen Omnibusse und Lastwagen, während die Franzosen mit Hilfe französischer Eisenbahner die so genannte Regie-Bahn wieder in Gang zu setzen versuchten. Die Deutschen aber boykottierten diese Unternehmungen.

Der einzige, der damals diese großartige nationale Einheitsfront des passiven Widerstandes verleugnete, war Adolf Hitler in München, der dort im Bürgerbräukeller am 12.01.1923 ausrief: "Nicht nieder mit Frankreich, sondern nieder mit den Vaterlandsverrätern, den Novemberverbrechern!". Das war der Weg zum Putsch gegen die Deutsche Republik am 08.11.1923. Doch das wirtschaftliche Leben litt unter der galoppierenden Inflation. 1 cbm Gas kostete 200,- Reichsmark, 1 kWh Strom 250,- RM und eine Straßenbahnfahrt 100,- RM. Die Reichsmark war am 12.9.1923 auf den Wert von 100 Millionen RM = 1 Dollar und am 31.10.1923 auf 72,5 Milliarden = 1 Dollar gesunken. Erst am 15.11.1923 wird die Inflation beendet. Eine Billion Reichsmark gleich einer Rentenmark.

So lagen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, als am 23.11.1923 die NSDAP und die KPD im ganzen Reich verboten wurden. Und in dieses Jahr 1923, in diese unruhige Zeit des nationalen Bewusstseins, des Bangens und Hoffens, fällt die Gründung unseres Bundes, der Burschenschaft "Holsatia".

Fünf junge Burschen, Studierende am Rheinischen Technikum, Toni Barth, Egidius Caasen, Heinrich Faust, Paul Schmidt und Robert Stenger fanden sich am 21.2.1923 in Bingen in der Gerbhausstraße im Gasthof "Rupertsberg" bei Frau Schleider mit ihrem Freund und Förderer, Herrn Ludwig Henrich, zusammen zur Gründung eines Freundschaftsbundes, der T.V. Holsatia. Es ist leicht zu verstehen, dass diese jungen Menschen unter den obwaltenden Umständen, von dem Unrecht beeindruckt und von der Liebe zu Deutschland beseelt, das ohnmächtig der Willkür der Sieger ausgeliefert war, ihrem jungen Bund den Wahlspruch "Pro justitia et Patria" voranstellten. Der Ruf nach Gerechtigkeit für das Vaterland war in jenen Jahren in den Herzen aller Deutschen ein Appell an das Gewissen der Welt! Am 21.02.1923 wurde "Holsatia" unter den Farben violett - gold - rot und dem Wahlspruch "Pro justitia et Patria" als studentische Vereinigung am Rheinischen Technikum in Bingen/Rh. gegründet.

Bis zum zweiten Weltkrieg (1923-1933)

Damals bestanden am Rheinischen Technikum bereits folgende Verbindungen:

  • T.W.V. Markomannia
  • T.V. Alsatia
  • T. Alemannia
  • T.V. Bavaria
  • T.R.V. Rhenania
  • B. Litteraria
  • Fr. L . Rheno-Teutonia und
  • K.T.V. Ripuaria.

Das erste Semester war ausgefüllt von der Sorge um die Beschaffung der notwendigen studentischen Utensilien, die aber nur aus dem unbesetzten Gebiet zu beschaffen waren. Die Besatzungszonengrenzen jedoch waren gesperrt. Sehr oft wurde der Belagerungszustand verhängt, der ein abendliches Zusammenkommen unmöglich machte. So fand man sich auf der "Studentenbude" des einen oder anderen zusammen. Es wuchs dieser kleine Kreis zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen, der nun eifrig bemüht war, junge Studierende in seinen Kreis einzubeziehen. Der Erfolg blieb nicht aus. Trotz schwieriger finanzieller Lage wurden Couleurbänder, Mützen und Schläger beschafft. An die Anschaffung von Vollwichs und Banner war zunächst nicht zu denken. Das erste Stiftungsfest musste wegen des in Bingen ausgerufenen Belagerungszustandes in Rüdesheim im Hotel "Anker" stattfinden. 58 Ltr. edlen Gerstensaftes standen zur Verfügung. Im zweiten Couleursemester wurde der Monatsbeitrag für die Aktiven nun auf 2½ Glas Bier festgesetzt, weil sonst nur mit Milliarden und Billionen gerechnet werden musste. Inzwischen war auch die Anerkennung der "Holsatia" bei der Direktion des Rheinischen Technikums erreicht worden, und am 31.11.1923 wurde durch Einladung der T.W.V. Markomannia und der T.V. Alsatia auch die Anerkennung durch den Binger CC erreicht. So stand "Holsatia" gleichberechtigt im Ring der Binger Korporationen. Unsere Konstante war mittlerweile wegen des starken Zuwachses der Mitglieder zu klein geworden. Wir mussten umziehen und fanden in der Gaststätte "Zur Post", in der Mainzer Straße eine neue Heimat, die wir am 06.02.1924 einweihten.

Am 24.02.1924, ein Jahr nach unserer Gründung, überraschte uns unser Ehrenbursche Dohmen mit der freudigen Mitteilung, dass er uns Vollwichs und Banner stiften werde. Noch im März desselben Jahres fand unter Teilnahme aller Binger Korporationen in Vollwichs unsere Bannerweihe statt.Anlässlich des Generalconventes 1924 wurde offiziell unser A.H.-Verband gegründet. Das Landesvaterstechen am 16.01.1926 stieg erstmals gemeinsam mit allen Binger Korporationen, wobei Holsatia den Vorsitz führte.

Im Hotel "Rheinstein" fanden wir eine neue Heimatstätte, bis wir 1928 das Haus Böhmer bezogen. Das siebte Stiftungsfest stieg im "Pariser Hof", wo die 1927 zur Burschenschaft proklamierte Markomannia sowie die B. Litteraria chargierten. Hier fand die offizielle Umstrukturierung der T.V. Holsatia in eine Burschenschaft statt. Somit waren in Bingen drei Burschenschaften vertreten.

Im WS 1930/31war Holsatia durch den Abgang von acht Burschen zu einem kleinen Häuflein zusammengeschmolzen. In dieser Notlage füllten drei Burschen der B. Markomannia die Lücken aus. Sie trugen zwei Semester lang die Farben violett-gold-rot. Unsere Konstante befand sich in diesen letzten Semestern im "Rochusberg" in der Rochusstraße. Das Stiftungsfest wurde nicht mehr gefeiert.Die politischen Verhältnisse spitzten sich immer mehr zu, der Nationalsozialismus drängte zur Macht. Am 14.6.1932 wurde das Verbot der SA aufgehoben. Das Ende der Korporationen zeigte sich durch die Gründung von NS-Gemeinschaften an. So nahte das Ende des Korporationslebens, bis durch Reichsverordnung das Verbot erlassen wurde. Es folgte die Umwandlung in so genannte NS-Studentenverbände. Am 30.01.1933 übernahm Hitler die Regierungsgewalt, der Reichstag wird aufgelöst. Und dann begann ein unheilvoller Zeitabschnitt deutscher Geschichte, der mit der totalen Kapitulation am 8. Mai 1945 und der Zerstörung des Deutschen Reiches enden sollte.

Der Neuanfang (1945-1951)

Wie sah es nach dem zweiten Weltkrieg in Bingen aus? Die schweren Luftangriffe auf den wichtigen Verschiebebahnhof hatten weite Teile von Bingerbrück in Schutt und Asche gelegt, und auch Bingen war schwer getroffen. Das Gebäude des ehemaligen Rheinischen Technikums war völlig ausgebrannt und lag in Trümmern. Dennoch wurde bereits am 7. März 1946, zum Sommersemester, mit insgesamt 207 Studierenden der Unterrichtsbetrieb wieder aufgenommen. Wer studieren wollte, musste mindestens ein Semester lang Aufräumungsarbeiten leisten.

Es dauerte bis ins Wintersemester 1948/49, als sich eine Gruppe von Studierenden der ersten Semester um Dozent Ing. Scharpenberg zusammenfand. In diesem Freundeskreis gründete Ing. Scharpenberg, der vor 1933 selbst an der Ingenieurschule in Bingen studiert hatte und Chargierter der T.W.V. "Normannia" war, eine neue Aktivitas dieser Verbindung. Es begann mit dem Singen der alten Studentenlieder bei den abendlichen Zusammenkünften im Anschluss an Arbeitskreise und führte bald auch zu den studentischen Trinksitten (bei "Brausebier") und einem gemäßigten Comment. Auch der Wahlspruch der T.W.V. "Normannia" - amico pectus, hosti frontem! - (dem Freund die Brust, dem Feind die Stirn) wollte man soweit übernehmen, wie es damals vertretbar erschien und dem Verständnis der Zeit anpassen.

So kam es zur ersten Wiedergründung einer studentischen Verbindung an der Rheinischen Technikums. Das Eis war gebrochen. Bald bildeten auch andere ehemalige Binger Korporationen durch ihre AH-Verbände eine neue Aktivitas. Und als das bis dahin verbotene öffentliche Tragen von Couleur 1950 endlich wieder erlaubt wurde, begann auch das öffentliche korporative Leben der Binger Verbindungen wieder aufzublühen.

Von Seiten der Direktion der Ingenieurschule gab es in den Aufbaujahren keine Schwierigkeiten, aber auch keine besondere Unterstützung. Dagegen zeigten einige Dozenten ihre wohlwollende Unterstützung durch den häufigen Besuch der Kneipen, die wöchentlich stattfanden. Auch die behördlichen Stellen in der Stadt waren den studentischen Korporationen wohl gesonnen. Landrat Trapp und Bürgermeister Schäfer waren nicht selten Gast an den Kneiptafeln.

Die Kontakte der Binger Verbindungen untereinander waren gut. Man besuchte sich mit kleinen Abordnungen bei den Kneipen und pflegte die Geselligkeit. Mit der Gründung immer neuer Verbindungen ergab sich allerdings eine gewisse Konkurrenz beim Keilen neuer Füchse und es zeigte sich schon bald, von welcher Bedeutung für das Wachsen und den Fortbestand einer Aktivitas die Unterstützung durch einen AH-Verband war. Vollwichs, Paukzeug, Kommersbücher, die notwendigen Embleme und Einrichtungsgegenstände konnten die "Groschebube" der "Normannia" allein nicht beschaffen. Der AH-Verband bestand nur aus wenigen AHAH. Die Aktivitas war praktisch ohne Hilfe, obwohl sie damals ca. 30 aktive und inaktive Burschen und Füchse zählte.

Sollte der junge Freundesbund wieder zerfallen müssen?

Im Wintersemester 1950/51 trafen sich sechs AHAH der Burschenschaft "Holsatia" in Bingen, die den Beschluss fassten, den AH-Verband neu zu formieren und eine Aktivitas an der Rheinischen Ingenieurschule zu gründen. Hier bot sich die Möglichkeit mit der Übernahme der T.W.V. "Normannia" in eine neu gegründete Burschenschaft "Holsatia" den Fortbestand des Freundesbundes zu sichern, und gleichzeitig der Burschenschaft "Holsatia" den Start zu erleichtern.

Nachdem bei einem späteren Treffen am 11.11.1950 die Neugründung des AH-Verbandes der Burschenschaft "Holsatia" vollzogen war, nahm man die Verhandlungen mit dem AHV der T.W.V. "Normannia" und deren Aktivitas auf. Es galt einen Weg zu suchen, der es allen Beteiligten ermöglichen sollte, ohne Bruch des studentischen Gelöbnisses und ohne Aufgabe der alten Farben in die Burschenschaft "Holsatia" übernommen zu werden. Dies war die Vorbedingung der jungen Normannen.

Dieser Weg wurde mit gegenseitigem Verständnis gefunden. Alle aktiven und inaktiven Burschen und Füchse, sowie alle AHAH der T.W.V. "Normannia" sollten auf Wunsch mit vollen Rechten der Burschenschaft "Holsatia" beitreten können, mit der Maßgabe, dass diese neben dem violett-gold-roten Band der Burschenschaft "Holsatia" stets auch das rot-weiß-goldene Band der "Normannia" sollten tragen dürfen. Das Banner der "Normannia" sollte bei der Aktivitas der Burschenschaft "Holsatia" aufbewahrt und bei allen feierlichen Anlässen mitgeführt werden. Alle Embleme, soweit sie nicht an die Stifter zurückgingen, sollten in den Besitz der Burschenschaft "Holsatia" übergehen. Alle Normannen, die sich nicht zu einem Übertritt entscheiden konnten, sollten jederzeit an der Kneiptafel der Burschenschaft "Holsatia" willkommen sein.

Bei einem General-Convent der T.W.V. "Normannia" am 18.11.1950 wurde die Auflösung der Aktivitas und der Übertritt in die Burschenschaft Holsatia beschlossen. Am 30.11.1950 wurde die letzte Kneipe der T.W.V. "Normannia" in der Konstante "Zum Stolzenfels" geschlagen.

"Blühe, wachse und gedeihe..." (1951-1973)

Wie sah es nach dem zweiten Weltkrieg in Bingen aus?

Der Weg war frei zur Gründung einer neuen Aktivitas der Burschenschaft "Holsatia" in Bingen. Am 15. November 1950 kam das alte Holsaten-Banner aus Berlin an, wo es ein Alter Herr über die Kriegs- und Nachkriegswirren gerettet hatte. Am 20. Januar 1951 fand dann die feierliche Gründungskneipe statt, zu der die damals in Bingen bestehenden Korporationen, die T! Alemannia, die Burschenschaft Markomannia, die L! Rheno-Teutonia und die KTV Ripuaria Abordnungen entsandten.

Im SS 1951 wurde unser Zirkel auf den Felsen vor Bingerbrück gemalt. Zu Pfingsten wurde das 28. Stiftungsfest, das erste nach dem Krieg, gefeiert. Das Fest stand ganz unter dem Eindruck der großen Wiedersehensfreude der AHAH, die sich zum Teil seit dem Studium nicht wieder gesehen hatten, und der Freude über die Wiedererneuerung der Farben violett-gold-rot. In Verlauf dieses Semesters wurde auch der "Binger Waffenring" neu gegründet.

 

 

 

 

Das SS 1953 stand unter dem Einfluss des 30. Stiftungsfestes.
Zur 30-jährigen Wiederkehr der Gründung wurde eine Festschrift herausgebracht, und das Stiftungsfest wurde am 23.-25.05. im "Mainzer Hof" gefeiert unter Anteilnahme des A.H.-Verbandes, der Dozenten, Stadtvertreter, Presse und befreundeter Korporationen.

Am 14.06.1956 fand im Rahmen einer Gemeinschaftskneipe die Umkonstituierung der T.V. Bavaria in eine Burschenschaft statt, die durch die Burschenschaft Markomannia vollzogen wurde. Somit gab es in Bingen nach dem zweiten Weltkrieg die dritte Burschenschaft.

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der (damals) Rheinischen Ingenieurschule fand am 09.11.1957 eine festliche Ortsringkneipe aller Binger Korporationen in der "Stadt Mainz" statt. Die Teilnahme des Bürgermeisters, Herrn Dr. Gebauer, des Direktors der Ingenieurschule, Herrn Dipl.-Ing. Berg, und der gesamten Dozentenschaft sowie der Presse, gab dem Kommers ein besonderes Gepräge. Mit dem Einmarsch der Chargen von acht Korporationen und dem kernigen Gesang "Burschen heraus" begann der feierliche Kommers, in dessen Verlauf ein Chor unter Leitung von Herrn Dr. Berg das "Lied der Binger Studenten" sang und damit einen Sturm der Begeisterung auslöste. Die am 14.11.1957 stattgefundene Gemeinschaftskneipe der drei Binger Burschenschaften legte Zeugnis ab von dem hohen Geist dieses Freundschaftsbundes.

Das 35. Stiftungsfest an den Pfingsttagen, vom 24. bis 26. Mai 1958, wurde im Binger Ruderhaus in althergebrachter Weise gefeiert. Am 18.10.1958 feierte die B. Bavaria ihr 90. Stiftungsfest, wobei wir neben weiteren acht anderen Korporationen chargierten. Der Fuchsenstall erhielt im SS 1959 einen Zuwachs von sieben Jungfüchsen. Nach 30-jähriger Abwesenheit kam Gründungsbursche A.H. Heinz Faust v/Pollux aus Don Bosco in Argentinien im WS 1959/60 zu Besuch in die Musenstadt. Sportfechten wurde wieder mehr gepflegt. Zum 39. Stiftungsfest überbrachte unser A. H. Klingenberg das neue, kunsthandwerklich gefertigte Wappen, das in einer eindrucksvollen akademischen Feierstunde geweiht wurde. Eine freudige Überraschung war der Besuch unseres Bundesbruders A.H. Franz Prinz v/Äquator, der ebenfalls nach mehr als 30-jähriger Trennung aus Porto Alegre (Brasilien) zu uns geeilt war.

Den Höhepunkt des SS 1963 bildete das 40. Stiftungsfest, das gemeinsam mit dem 64. Stiftungsfest der B. Markomannia in der Festhalle gefeiert wurde. Der Festkommers, an dem insgesamt Vertreter von 12 Korporationen chargierten, darunter 9 auswärtige und eine aus der Schweiz, erhielt dadurch ein ganz besonderes Gepräge. Die Dozentenschaft der Ingenieurschule vertraten die Herren Oberbaurat Schilling, Studienrat Kuhn, Baurat Dr. Kreuter. Seitens der Stadt Bingen war Herr Oberinspektor Riedel erschienen. Holsaten und Markomannen feierten bei Musik und dem Gesang alter, lieb gewonnener Kommerslieder bis in die Morgenstunden. Auch der gemeinsame Festball, den Balletteinlagen verschönten, war ein Ereignis bester Harmonie. Der gemeinsame Ausflug beider Korporationen nach Steeg bei Bacharach, wo im "Weinhof " getanzt und Erinnerungen ausgetauscht wurden, bleibt in lebhafter Erinnerung. Nach einer fröhlichen Bootsfahrt nach Bingen fand als Abschluss der Festtage der Abtrunk in unserer Konstante statt.

Ein recht unruhiges Semester folgte im WS 19963/64, in dem es auch zur Ausweisung von drei Burschen kam. Zu Ehren des verstorbenen Alt-Bundespräsidenten Theodor Heuß wurde auf der Jahresschlusskneipe ein Trauersalamander gerieben.

Kurz vor Semesterbeginn im SS 1964 erreichte ums die Nachricht vom Tode unseres lieben Bundesbruders Friedrich-Wilhelm Dohmen v/Dr. cer. Veit, Ehrenpräside des A.H.V.

Das 44. Stiftungsfest im SS 1966 wurde im "Haferkasten", als ehemalige Konstante einer alten Stätte frohen Erinnerns, unter Anteilnahme vieler alter Herren mit ihren Angehörigen in würdiger Weise gefeiert. Der Umbau der Konstante wirkte sich hemmend auf die vorgesehenen Veranstaltungen aus. Am 12.11.1967 konnte unser Gründungsbursche Toni Barth v/Othello in aller Frische seinen 70. Geburtstag feiern.

Auf dem A.C. am 26.4.1969 wurde bekannt gegeben, dass das Semester am 6. Mai 1969 abgebrochen wird, da durch die allgemeinen Unruhen in der Studentenschaft durch Streiks etc. eine Weiterführung des Vorlesungsbetriebes nicht mehr gegeben war. Außer dem Stiftungsfest wurden keinerlei andere Veranstaltungen in diesem unruhigen Semester durchgeführt.

Das 47. Stiftungsfest aber war ein ganz besonderer Erfolg und wurde wieder im Bootshaus gefeiert. Der ganze Korporationsbetrieb im WS 1969/70 litt noch unter dem Einfluss des vorausgegangenen Studentenstreiks, und war begleitet von einer Krise in der Aktivitas.

Dank eifriger Bemühungen unseres A.H. Henrich konnte die Aktivitas im WS 1970/71 eine neue Konstante im "Binger Bleistift" in der Hasengasse beziehen. Mit einer zünftigen Semesterantrittskneipe wurde die neue Konstante geweiht. Im Laufe der nächsten Wochen konnten dem Fuchsenstall fünf neue Füchse vorgestellt werden. Die Aktivitas war im wahrsten Sinne des Wortes aktiv.

Das 50. Stiftungsfest (1973)

In den Tagen vom 20.-23.5.1972 wurde unser 50. Stiftungsfest, nicht aber unser 50. Jubiläum, gefeiert. Das Jubiläumssemester "50 Jahre Burschenschaft Holsatia" wurde mit der Antrittskneipe am 18.03.1973 eröffnet.

Infolge von Schwierigkeiten bei der Saalbeschaffung zu Pfingsten musste unser 50-jähriges Stiftungsfest um eine Woche vorverlegt werden. Es fand in der Zeit vom 01. bis 03. Juni 1973 in der Binger Festhalle statt. Hierzu nahmen 64 AHAH an den verschiedenen Veranstaltungen teil. Schon am Nachmittag des ersten Tages konnte die Aktivitas viele Bundesbrüder und Gäste in der Konstante im Binger Bleistift begrüßen. Zum Teil waren diese aus Amerika angereist, um diese Festtage im Kreise der Freunde in Bingen zu verbringen.

Gewiss hatten sich die studentischen Korporationen im Laufe der Zeit über Generationen hinweg gewandelt. Sie haben sich den geänderten politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen angepasst. Der Ruf nach Ehre , Freiheit, Vaterland hatte eine andere Bedeutung und Zielrichtung als vor mehr als 150 Jahren bei der Gründung der Deutschen Burschenschaften, aber das Band der Freundschaft hielt auch zu dieser Zeit wie ehedem die Freunde zusammen. Und das in einer Zeit, in der die Menschen aus den verschiedensten Gründen Gemeinschaften verließen. Mit dieser Problematik beschäftigten sich die Ansprachen der Festredner beim großen Festkommers.

Die Binger Festhalle war bis auf den letzten Platz besetzt, als zur Eröffnung die Chargierten von acht Korporationen in Vollwichs mit ihren Bannern einmarschierten, darunter auch die Studentenverbindung Stenographia Biennensis aus Biel in der Schweiz. Der aktive Senior konnte unter den zahlreichen Gästen den Oberbürgermeister der Stadt Bingen Dr. Gebauer, den Leiter der Fachhochschule, Rheinland-Pfalz, Abteilung Bingen, Prof. Dipl.-Ing. Schilling sowie weitere Vertreter der Dozentenschaft begrüßen. Beiden wurde im Verlauf des hochoffiziellen Teils der Jubiläumskneipe in feierlicher Form die Ehrenmitgliedschaft angetragen und für die Verdienste um das Farbenstudententum in Bingen das violett-gold-rote Band der Burschenschaft Holsatia verliehen.

Oberbürgermeister Dr. Gebauer betonte in seiner Ansprache die alte Verbundenheit der Stadt Bingen mit den Studenten der Fachhochschule und ihren Korporationen und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Korporationen in der Zukunft eine Hilfe sein können, die Barrieren zu überwinden, die sich immer stärker zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft aufbaute.

Den ältesten unter den Alten Herren, die auf 100 Couleursemester unter den Farben violett-gold-rot zurückblicken konnten, überreichte der damalige Präsident des Binger Chargen Convents, Michael Schilling, das rot-weiße Band des Binger CC. Frau Friedel Henrich überreichte der Aktivitas im Auftrag der Couleurdamen eine Bannerschleife, die diese zum Jubiläum gestiftet hatten. Nach einem ehrenden Gedenken an die Gefallenen und Verstorbenen der Burschenschaft Holsatia endete der hochoffizielle Teil des Festkommerses, der dann in ein fröhliches Beisammensein bis in die frühen Morgenstunden überging. Am zweiten Festtag trafen sich alle Holsaten zum Couleurbummel in den Rheinanlagen und anschließend zu einem gemeinsamen Festessen im Restaurant der Stadthalle. Den Tag beschloss der feierliche Couleurball, der gesellschaftliche Höhepunkt der Jubiläumstage.

Zum Gedenken an die gefallenen und verstorbenen Bundesbrüder versammelte sich am Sonntagmorgen eine Abordnung der Festteilnehmer auf dem Friedhof in Ockenheim, wo am Grabe des Bundesbruders Otto Stramm v/Gambrinus ein Kranz niedergelegt wurde. Auch unser Ehrenbursche OB Gebauer hatte sich der Gruppe angeschlossen und gedachte des zu früh Verstorbenen, der viele Jahre beim Bauamt der Stadt Bingen tätig gewesen war. Am Nachmittag beschloss ein Ausflug nach Bad Münster am Stein und zur Ebernburg die Festtage, wo man bei Tanz und froher Unterhaltung noch bis in den späten Abend beisammen war.

"Nicht der Pflicht nur zu genügen..." (1973-1988)

Im WS 1973/74 konnte der aktive X Valentin Bayersdorfer v/Stachus am 27.10.1973 zahlreiche Gäste in der zum Bersten gefüllten Konstanten zur Semesterantrittskneipe begrüßen. In der von AH v/Hermes geleiteten 1. Fidelitas ließ es sich der Fux Rinaldo nicht nehmen, inmitten der Kneiptafel auf einem Bierdeckel sitzend, einen Halben zu trinken. Unser AH v/Cicero gab als "Senator" Witze zum Besten.

Zu diesem Semester wurden ca. 180 Studenten in der Fachhochschule Bingen immatrikuliert. Die Aussicht genug Füchse zu keilen wurde als sehr mäßig bezeichnet, es konnten dann aber doch 4 neue Mitglieder in unseren Bund aufgenommen werden. Mit den Nachwuchssorgen hatten alle Binger Korporationen zu kämpfen.

Jürgen Göbel v/Zeus wurde am AH-Tag 1973 (27.10.1973) zum AHX gewählt. Es sollten erfolgreiche Jahre folgen. Werner Happ v/Paris (AHXX) und Axel Biehler v/Hermes (AHXXX) vervollständigten das AH-Präsidium.

Das 51-jährige Stiftungsfest wurde vom 24. bis 26.05.1974 unter der Teilnahme zahlreicher AHAH und Gästen in unserer Musenstadt gefeiert. Herr OB Dr. Gebauer vermittelte die Kutsche zur Chargenauffahrt.

Im WS 1974/75 bestand unsere Aktivitas aus fünf Burschen, drei i.a.B., fünf Füxen und einem VG. Die finanzielle Lage der studierenden Bundesbrüder war alles andere als rosig. Ein Besuch bei unserer Freundschaftsverbindung Stenographia Bienensis in Biel riss ein großes Loch in die Geldbörsen. Etliche Male mussten die Bierväter ihre Sprösslinge mit commentmäßigem Stoff versorgen, damit die schlaffen Geldbeutel geschont wurden.

Da an Teilen unserer Vollwichs schon der Zahn der Zeit nagte, und es keine preiswerte Aufarbeitungsmöglichkeiten gab erklärten sich spontan mehrere Bundesbrüder bereit, für die Kosten der Neuanschaffungen aufzukommen. T. Barth v/Othello, E. Bunse v/Knutsch, W. Happ v/Paris und H.D. Kaul v/Pinn stifteten je einen Paradeschläger. Die dazugehörigen Paradeschlägerscheiden wurden von R. Bartmann v/Neptun, J. Göbel v/Zeus, J. Leusch v/Othello und G. Meyer v/Pizzaro finanziert. R. Neuwinger v/Castor spendete noch sechs Paar weiße Chargen-Stoffhandschuhe und unsere Chargen erstrahlten zum Semesterabschluss wieder im neuen Glanz.

Im SS 1975 konnten keine Füchse gekeilt werden und die Aktivitas schmolz auf zehn Aktive und zwei inaktive Burschen zusammen. Den Höhepunkt bildete das in den Tagen vom 16. bis 18.05.1974 veranstaltete 52-jährige Stiftungsfest. Der aktive Senior Helmut Kerch v/Hoss konnte sechs Gastkorporationen zum Festkommers im Bootshaus begrüßen. Der AHX Jürgen Göbel v/Zeus wies in seiner Festrede auf Traditionen und altes Brauchtum hin, was frühere Semester begeisterte und an das ältere Semester mit Wehmut zurückdenken. Die in früheren Stiftungsfestreden aufgestellte Forderung, zu unserem Vaterland zu halten, die Freiheit zu bewahren und die Ehre hochzuhalten, hatte nach Ansicht des AHX eine besondere Aktualität erhalten. Zitat AHX: "Es muss festgestellt werden, dass für unsere freie Welt hier in Europa, hier in Deutschland für unser Vaterland die letzte Stunde geschlagen hat. Liebe Bundesbrüder, an unseren Hochschulen ist es zu ruhig geworden, die totalitären Gruppen, die linksextremistischen Studentengruppen werden zur Zeit erheblich unterschätzt. Sie arbeiten im Untergrund und stellen in Zukunft für unsere Hochschulen, unsere Universitäten, für unseren Staat eine erhebliche Gefahr dar, die uns alle auch im Berufsleben bedroht." AH v/Zeus wollte sich nicht so verstanden wissen, dass wieder politische Richtungen in unser Korporationsleben gebracht werden, vielmehr sollten wir uns davor hüten, dass das Leben unserer Korporation, der Verbindungen allgemein von politischen Veranstaltungen und ähnlichen Selbstdarstellungen überdeckt wird. Die Korporationen müssten versuchen, sich in die vorderste Reihe derer zu stellen, die sich um eine Hochschule als Ort der Wissenschaft bemühen.

Trotz gelungener Veranstaltungen und Kneipen verliefen die Semester nicht befriedigend. Es fehlten Vorträge und Stammtische.

Im WS 1975/76 befand sich bei zehn Aktiven nur noch ein Fux im Stall. Nachwuchssorgen! Kein Kummer aber bei unserer Schwesterverbindung der Burschenschaft Markomannia, der KTV Ripuaria, der TWV Fraternitas, des TRV Rhenania und der Burschenschaft Bavaria. Das Einzugsgebiet der Fachhochschule Bingen war sehr klein und beschränkte sich fast ausschließlich auf die Pfalz und das Saarland, aus dem ca. 90% der Korporierten kamen.

Das korporative Leben unserer Aktivitas war als sehr harmonisch zu bezeichnen. Die durchschnittlichen Kosten eines Aktiven, die aus seiner Zugehörigkeit zur Holsatia resultieren, beliefen sich auf DM 50,00 pro Monat. Da die Aktivitas die Kontakte zu auswärtigen Korporationen weiterhin pflegte und der Geldbeutel traditionell immer leer war, baten die Aktiven den AHV, ihren Zuschuss von bisher DM 70,00 pro Monat zu erhöhen. Ein Beschluss des AHV, die Unterstützung auf DM 90,00 pro Monat zu erhöhen, belastete die AH-Kasse um weitere DM 240,00 pro Jahr. Gleichzeitig trug der AHV die Bitte an die Aktivitas, den Monatsbeitrag der Aktiven von gegenwärtig DM 3,00 pro Monat (seit 20 Jahren unverändert) angemessen auf DM 5,00 pro Monat zu erhöhen. Gleichzeitig wurde der AH-Beitrag von DM 10,00 pro Monat auf DM 12,00 heraufgesetzt, was einer Erhöhung von 3 Glas Bier entsprach.

Der vom AHX v/Zeus eröffnete GC am 11.10.1975 mündete in eine allgemeine Diskussion über die Zustände an der Fachhochschule Bingen, nachdem bekannt wurde, dass der Direktor Prof. Dipl.-Ing. Schilling am Stiftungsfest 1975 seinen Missbehagen zum Ausdruck brachte, dass die Verbindungen in Bingen nur sehr wenig an der ASTA-Bildung und -Zusammensetzung beteiligt waren. Die Aktivitas erklärte hierzu, dass vom ASTA Manuskripte gegen die Verbindungen verfasst würden und somit die Verbindungsmitglieder nur sehr geringe Chancen hatten, in den ASTA gewählt zu werden. Aufgrund der Belastungen im Studium sei für die Studenten unseres Bundes nur sehr wenig oder gar keine Zeit mehr vorhanden, sich in der ASTA zu engagieren. Es wurde erklärt, dass die Zuneigung der Professoren zu den Verbindungen etwas zurückgegangen sei, seitdem sich die Verbindungsstudenten nicht richtig in der ASTA platzieren konnten. Der Vorlesungsbetrieb war hochschulartig, unpersönlich, wodurch das anonyme Verhältnis zu den Professoren entscheidend beitrug. Jüngere Dozenten hatten die Befürchtung, die Art und Weise ihrer Vorlesungsgestaltung und ihrer Prüfungen vorgeschrieben zu bekommen und blieben den Verbindungen und anderen Gruppierungen gegenüber neutral.

Der Höhepunkt des SS 1977 war wieder einmal unser Stiftungsfest, welches von 57 Bundesbrüdern und Bundesschwestern sowie 18 Gästen in würdigen Rahmen gefeiert wurde. Der Festkommers begann mit dem wunderschönen Kantus "Hier sind wir versammelt..." und sollte einen ungewöhnlichen Verlauf nehmen. Der Aktive Senior v/Hoss verzichtete gänzlich auf eine Festrede, da deren Inhalt ja doch wie jedes Jahr hinreichend bekannt sei. Die älteren Bundesbrüder waren teilweise konsterniert und AH v/Zeus versuchte in seiner Festrede die Scharte der Aktiven auszuwetzen. Manch altem Semester wurde es wehmütig ums Herz bei dem Gedanken "Quo vadis Holsatia". Der Höhepunkt des Abends war die Verleihung der rot-weißen Ehrenbänder für 100 Semester Korporationstätigkeit, die an AH Ludwig Beckers v/Wotan, AH Peter Fleischhauer v/Dr. Armin und AH Wilhelm Wiesen v/Roland überreicht wurden.

Im WS 1977/78 wurde der bis dahin glänzend organisierte AHV neu gebildet, da unsere langjähriger AHXX Werner Happ v/Paris aus Gründen steigender beruflicher Belastungen aus dem AH-Vorstand ausschied. Während des AHC am 08.10.1977 wurde unser AH Günter Kirschbaum v/Cicero einstimmig zum neuen AHXX gewählt. AHX Jürgen Göbel v/Zeus und AHXXX Axel Biehler v/Hermes stellten sich abermals zur Wahl. Beide wurden ebenfalls einstimmig wieder gewählt.

Das WS 1979/80 bescherte uns endlich einmal wieder einen Keilerfolg, denn gleich fünf Füchse traten unserem Bund bei. Der somit reichlich gefüllte, fröhliche Fuxenstall trug weiter zur Attraktivität unseres Kneiplebens bei.

Nach einer leider erfolglosen Keilkneipe am 10.11.1982 stieg am 16.11.1982 der Allfarbenkommers aller Binger Verbindungen. Die Anwesenheit von Oberbürgermeister Naujack, Vertretern der Schule, Kriminalpolizei und der Presse trugen dazu bei, diesem Anlass den feierlichen Rahmen zu verleihen, den die Anwesenden wohl nicht vergessen haben. Zum ersten Mal seit 10 Jahren war es gelungen, alle Binger Korporationen zu einem Kommers begrüßen zu können.

Am 15.01.1983 fand in unserer Konstanten im Binger Bleistift ein außerordentlicher AHC mit dem Thema "Weibliche Vollmitglieder" statt. Nach langwierigen und zähen Diskussionen wurde über das Thema abgestimmt. Die Abstimmung fand im Beisein der Aktivitas statt, wobei nur der aktive X vom AHX das Stimmrecht erteilt bekam. Die Abstimmung ergab klar, dass weibliche Studierende keine Vollmitglieder der Burschenschaft Holsatia werden können.

Das SS 1983 begann mit der hochoffiziellen Semesterantrittskneipe, die gut besucht und in althergebrachter Manier verlief. Eine Allfarbenkneipe im Bootshaus der Binger Rudergesellschaft hatte durch das Auftreten aller Binger Korporationen und das Erscheinen von OB Naujack sowie den Vertretern der Fachhochschule einen würdigen und feierlichen Rahmen. Die geplante Maiwanderung verlief seitens der Holsaten-Aktivitas im Sande, da diese abends zuvor gefeiert hatten und von Schwindelanfällen danieder gestreckt im Bette lag. In diesem Semester wurde unser 60-jähriges Stiftungsfest in den Räumen der Binger Rudergesellschaft gefeiert. Unser AHX v/Zeus dankte während seiner Festrede der großen Abordnung aus Biel und überreichte ein Geschenk zum Ausschmücken deren Konstanten. Nach einer kurzen, aber gekonnten Rede des OB spendete dieser der Burschenschaft Holsatia ein Fass Bier. Prof. Jost überbrachte die Grüße der Fachhochschule, ließ sich natürlich nicht Lumpen und stiftete ebenfalls ein Fass Bier, was von der Corona mit lautstarken Beifallsbezeugungen entgegengenommen wurde. Eine große Überraschung hatten unsere Bundesschwestern vorbereitet. CD Anneliese Kirschbaum v/Schnucki überreicht im Namen aller Bundesschwestern eine herrliche Bannerschleife. v/Schnucki spendete kein Bier, konnte aber durch Ihren Ausspruch: "Ich werde die Spenden von unserem OB und Herrn Prof. Jost nicht verdoppeln, da ich mich in meiner 20-jährigen Zugehörigkeit zur Burschenschaft Holsatia selbst verdoppelt habe!" den spontan aufbrausenden Applaus der Corona entgegennehmen.

Erstmalig in Bingen veranstalteten die farbentragenden Studenten der Binger Fachhochschule einen Markfrühschoppen auf dem Binger Speisemarkt. Obwohl Petrus an diesem Tage nicht sehr gnädig war, fanden sich bei Regen zahlreiche Farbentragende, Binger Bürger sowie OB Naujack und einige Vertreter der Fachhochschule zum Frühschoppen ein.

Vom 19. bis 21.08.1983 weilten unserer Aktiven in Biel, um der Bootstaufe der Askalon III beizuwohnen. Sagenumwobene 17 Mann fanden den Weg von Bingen, wobei die Stadt Biel seit diesem Tage mit dem Gedanken spielt, die Farben violett-gold-rot in ihr Wappen aufzunehmen.

Das WS 1983/84 wurde mit einem Einführungstag für die neuen Studenten an der Fachhochschule begonnen. Angeregt vom Binger CC traten nahezu alle Binger Korporationen in Couleur in der Schule auf. Die CC-Chargen hatten nach Absprache mit dem Abteilungsdekan die Gelegenheit, die Binger Verbindungen in einer kurzen Rede vorzustellen. Der Erfolg dieser Aktion war, dass in diesem Keilsemester doppelt so viele Füchse wie sonst üblich zu einer der Verbindungen fanden.

Am 11.10.1983 lud Holsatia zu einem Tag der offenen Tür ein. Der Erfolg war umwerfend. Es mussten Stühle und Biergläser bei anderen Korporationen geholt werden, damit alle Interessierten einen Platz fanden. An diesem Tag wurde das von OB Naujack und Dekan Jost am Stiftungsfest gestiftete Bier (zusammen 120 Liter) für 50 Pfennige pro Glas nach dem Motto "Preise wie zu Gründerzeiten" seiner Bestimmung zugeführt. Der Erlös kam dem Kinderheim Rochusberg zugute.

Am 15.10.1983 fand unser alljährlicher AH-Tag mit der hochoffiziellen Semesterantrittskneipe statt. Die Veranstaltungen waren geprägt von einer alles überlagernden guten Grundstimmung, denn selten zuvor war das Verhältnis zwischen der Aktivitas und dem AHV so gut als in zu Zeit. Durch das Ergebnis der hervorragenden Keilarbeit konnten sechs neue Füchse in unseren Bund aufgenommen werden.

Der fast in Vergessenheit geratene Stehconvent in der Fachhochschule wurde wieder belebt und war jeden Tag stark besucht, so dass ein schneller Informationsfluss in der Aktivitas gewährleistet war und andere Verbindungen und auch Nichtkorporierte immer einen Anlaufpunkt in der Fachhochschule hatten.

Bei der Neuwahl der CC-Chargen wurde v/Hans Huckebein mit überwältigender Mehrheit zum CC-Senior gewählt; ein eindeutiger Vertrauensbeweis gegenüber unserem Bundesbruder und der gesamten Verbindung.

Die Aktivitas hatte im SS 1984 eine Stärke von fünf Burschen, sechs Füxen und zwei Verkehrsgästen. Holsatia war damit die zahlenmäßig stärkste Verbindung in Bingen. Da unserem AH v/Bob das Klavier in der Konstante fehlte, stiftete er spontan DM 1.500,00 für ein neues. Die "Binger" sollten sich um die Anschaffung kümmern. Sollte ein Mehrpreis für die Anschaffung entstehen, erklärte sich AH v/Conny bereit die Kosten zu übernehmen. Für den Transport stellte AH v/Cicero ein Feuerwehrauto zur Verfügung. Während des AHC im WS 1983/84 wurde beschlossen, die Renovierung der Fassade des Binger Bleistifts in Angriff zu nehmen. Der achtzigste Geburtstag von unserem Ehrenpräsiden AH v/Parsival am 22.11.1984 wurde gebührend gefeiert. Aktive und Alte Herren ließen es sich nicht nehmen, unseren AH v/Parsival zu gratulieren.

Die Situation im SS 1985 war aus Sicht der Holsaten als entspannt zu bezeichnen. Die Aktivitas bestand aus sieben Burschen und fünf Füxen und stand gegenüber den anderen Binger Verbindungen recht gut dar. So bestanden die TRV Rhenania und die Landsmannschaft Rheno-Teutonia jeweils aus zehn Aktiven, die Turnerschaft Alemannia aus acht, die Burschenschaft Markomannia aus sechs und die KTV Ripuaria aus fünf Aktiven. Die Burschenschaft Bavaria hatte zu diesem Zeitpunkt keine Aktivitas mehr in Bingen. Nach jahrelangen Planungen wurde zu Pfingsten 1985 der Grundstein für den Bau der neuen Fachhochschule in Büdesheim gelegt. Die eingeladenen Verbindungen nutzen die Gelegenheit durch den Auftritt der Chargen in Vollwichs, das gute Verhältnis der Fachhochschule zur Studentenschaft hervorzuheben.

Das Stiftungsfest bildete wieder einmal den herausragenden Höhepunkt im Sommersemester. Der aktive Senior v/Flitz konnte 90 Bundesbrüder, Bundesschwestern und Gäste begrüßen. Darunter befanden sich auch unser Ehrenbursche Prof. Schilling und natürlich unser Ehrenpräside AH v/Parsival. Unser AHX v/Zeus hob in seiner Festrede besonders AH v/Parsival nebst seiner Gattin CD v/Zornröschen hervor, die an diesem Tage zum 35. Mal ununterbrochen das Stiftungsfest mitgefeiert hatten. AH v/Parsival dankte der Corona und ließ es sich nicht nehmen wie in jedem Jahr ein paar passende Worte zum Stiftungsfest zu sagen, wobei die Anwesenden mit Erstaunen hörten, dass er mit CD v/Zornröschen auch 25. Mal ohne Unterbrechung am AH-Tag teilgenommen hatte.Erstmalig wurde in diesem Jahr die Konstante zum Winzerfest als öffentliche Kneipe bewirtschaftet. Mit dem zu erwarteten Gewinn sollte ein Grundstock für den eventuellen Kauf des Bleistifts oder eines anderes Hauses gelegt werden.

 

 

 

Im Jahr 1986 bestand die Aktivitas aus 15 Aktiven, davon 11 Burschen, zwei Füxen und zwei Verkehrsgästen. Wegen des stark dezimierten Fuxenstalles beschlossen die Aktiven einen Fuxenbummel nach Heidelberg durchzuführen. Früher geknüpfte Freundschaften zu anderen Verbindungen wurden gefestigt und jeder Teilnehmer kam in Genuss studentische Lieder in der bekannten und überfüllten Studentenkneipe "Schnookeloch" zu singen.Am 17.05.1986 wurde im Bootshaus der Binger Rudergesellschaft pünktlich um 20:42 Uhr der hochoffizielle Teil des 63-jährigen Stiftungsfestes eröffnet. Der aktive Senior v/Piano stellte der anwesenden Corona stolz unser neues Holsatenbanner vor. Nach verschiedenen Kanten fand der hochoffizielle Bändertausch zwischen den Stenographen zu Biel und den Holsaten zu Bingen statt. Nachdem die Stenographen den wunderschönen Kantus "Gaudeamus igitur" intonierten, ergriff AH v/Zipo von der Stenographia das Wort. Er bedankte sich in aller Form mit den Worten: "Lang, lang ist es her, nämlich 23 Jahre, als AH v/Parsival entdeckte, dass eine Schweizer Verbindung die gleichen Farben violettgold-rot trägt. Hieraus entstand die nun schon über 23-jährige Freundschaft und Verbundenheit zwischen Biel und Bingen und wie man sagt: 'Der Zipo war immer dabei.'"AH v/Zipo überreichte unserem Bund eine "Bieler Kanne", die daraufhin sofort mit Riesling gefüllt wurde und in der Corona kreiste.

Der Oberbürgermeister der Stadt Bingen, Herr Naujack, hatte die AH-Vorstände und die aktiven Chargen aller Binger Verbindungen zu einem Empfang auf die Burg in den Ratsaal geladen. In netter Atmosphäre wurde bei einem Gläschen Sekt oder Wein, eingeschenkt von Prinzess Schwätzerchen, viel diskutiert. Anschließend trug sich jeder ins goldene Buch der Stadt Bingen ein.Im Oktober 1986 wurde mit einen Tag der offenen Tür in unserer Konstante "Binger Bleistift" in der Hasengasse das WS 1986/87 eröffnet. Durch diese Aktion erhofften sich alle einen guten Zuwachs, damit die Zukunft der Holsatia gesichert war. Die Aktivitas bestand aus fünf aktiven Burschen und zwei aktiven Füxen. Weiterhin wurde die Aktivitas von einzelnen inaktiven Burschen und jungen AHAH tatkräftig unterstützt. Das Verhältnis zwischen der Holsatia und den anderen Binger Verbindungen war als gut zu bezeichnen, was sich in den gegenseitigen Besuchen widerspiegelte. Die T! Alemannia hatte in Büdesheim ein neues Haus gebaut, die Ripuaria und die Bavaria zogen in neue Konstanten, so dass so mancher sich neu orientieren musste, um den Heimweg von den zahlreichen Kneipen zu finden. Personell ging es der Burschenschaft Holsatia noch am Besten aller Binger Verbindungen. Der Neubau der Fachhochschule brachte auch Probleme mit sich. So waren Grund- und Hauptstudium räumlich auseinander gerissen. Der Stehconvent in der alten FH wurde, wenn überhaupt, nur noch schwach besucht. Ein Nachteil, den alle Binger Verbindungen zu spüren bekamen. Exakt am 28.09.1986 um 03:36 Uhr Winterzeit stiftete AH v/Castor ein neues Stiefelbuch, worauf sich AH v/Baby nicht lumpen ließ und spontan eine neue, dringend benötigte Außenfahne spendierte. AH v/Cicero lieferte die gewünschten VDI-Nachrichten an unsere Aktivitas. AH v/Spritty überließ der Aktivitas den ersten, wenn auch gebrauchten Personal Computer, der lange Jahre gute Dienste leisten sollte.

Der AH-Tag im WS 1987/88 begann mit der Besichtigung des ersten Bauabschnittes der neuen FH in Büdesheim. Die Aktivitas hatte die Veranstaltung initiiert und der Dekan der Fachhochschule Prof. Jost führte 35 Teilnehmer durch die neuen Räumlichkeiten der FH, an der 1.500 Studierende eingeschrieben waren.Heiße Diskussionen gab es über die Benennung der weiblichen Mitglieder nach ihrer Aufnahme in den AHV. Erika Sternberg v/Kawa und Florentina Pfeil v/Floh hatten beide das Examen bestanden, standen bereits im Berufsleben und sollten in den AHV aufgenommen werden. Der Vorschlag des AHX hieß AH-Dame bzw. AHD. Diese Bezeichnungen wurden dann mit zwei Enthaltungen angenommen.Die Konstante wurde in diesem Winter um eine notwendige Attraktion reicher. Die heiß ersehnte Durchflusskühlung für die Zapfanlage wurde standesgemäß eingeweiht und hielt nach Zeugenaussagen den wahnsinnigen Belastungen stand. Die Aktivitas bestand im SS 1988 aus gerade noch sechs Mann.

Das 65-jährige Stiftungsfest stand unter dem Motto "Burschenschaft Holsatia und 25-jährige Farbenfreundschaft mit der Stenographia Bienensis zu Biel in der Schweiz". Während der hochoffiziellen Kneipe wurde unserem schweizer Freund AH v/Zipo die Ehrenburschenwürde verbunden mit einem Couleurseidel verliehen. AH v/Zipo der Stenographia zu Biel besuchte 1988 zum 25. Mal Bingen und die Holsatia. In seiner Festrede beglückwünschte der AHX v/Zeus AH v/Zipo und überreichte ihm eine Kiste Sekt mit einer besonderen Etikettierung sowie jedem Stenographen eine Flasche von selbigem. Ferner übergab AH v/Zeus einen Original-Abdruck des Binger Stadtwappens von 1924 in Bronze mit einer Widmung für den Stenographenkeller. AH v/Zipo war sichtlich gerührt über die ihm zuteil gewordene Ehre und stellte in seinen Dankesworten einen Vergleich zwischen Biel und Bingen her und stellte fest, dass beide Städte sehr viele Gemeinsamkeiten zu bieten haben. Als äußeres Zeichen der Verbundenheit überreichte AH v/Zipo eine Bannerschleife und ein holzgeschnitztes Wappen der Stenographia.

In den Semesterferien wurde in vielen Arbeitsstunden der Aktiven die Konstante renoviert. Die gesamte Elektroinstallation wurde erneuert, der Treppenaufgang innerhalb der Konstante wurde abgerissen und mit Spanplatten neu verkleidet, von der Außenwand zur Apostelgasse wurde der brüchige Putz abgeklopft. Tiefengrund und Streckmetall auf dieser Wand bildeten den Untergrund für einen neuen dauerhaften Verputz, der gesamte Innenraum der Konstanten wurde neu tapeziert und frisch angelegt, der Fensterrahmen wurde innen und außen mit einem neuem Anstrich versehen. Die Kosten, so wird berichtet, beliefen sich auf 12,35 DM für das Material und 285,30 DM für "Baubier"...

"Gold und Silber lieb ich sehr..." (1988-1998)

Das WS 1988/89 war seit langem wieder ein höchst erfreuliches Semester. Der aktive Senior Wolfgang Röhrig v/Piano konnte, man höre und staune, 8 (in Worten: acht) neue Füxe in unseren Bund aufnehmen. Eine goldene Zeit begann: Holger Schmidt, Markus Thömmes, Hilmar Schumann, Peter Müller, Markus Kern, Matthias Heßling, Werner Rieber und Rainer Linker ließen die Befürchtungen, dass unser Bund vom Aussterben bedroht sei, für einige Jahre vergessen. Der Kontakt zwischen unserer Aktivitas mit seinem großen Fuxenstall zu den anderen Binger Verbindungen war hervorragend.

Am AH-Tag 1988 stand wieder einmal die Neuwahl des AH-Vorstandes an. Der alte Vorstand wurde erneut vorgeschlagen und einstimmig im Amt bestätigt. AHX v/Zeus bedankte sich für das Vertrauen, auch im Namen seiner Conchargen, sagte aber gleichzeitig, dass in absehbarer Zeit jüngere Bundesbrüder diese Ämter übernehmen sollten. Die Satzung der Arbeitsgemeinschaft Binger Altherrenconvent (B.A.H.C.) wurde bei einer Stimmenthaltung angenommen. AH v/Zeus und AH v/Cicero vertraten Holsatia in diesem Gremium.

Im Februar 1989 stand eine hochaktuelle Angelegenheit in Sachen Hauskauf an. Das Haus mit unserer Konstante, der jedem bekannte "Binger Bleistift", stand zum Verkauf an und wurde uns, der Burschenschaft Holsatia, zum Kauf angeboten. Für den Kauf des Hauses mit dem renovierten Eingangsbereich, in dem sich so manch alter Bursch' wieder findet, wurde eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gebildet.

Im Spätsommer 1989 zeichneten sich Entwicklungen in der damaligen DDR und Ungarn ab, deren Auswirkungen zum damaligen Zeitpunkt noch keiner zu erfassen wagte. Nach einer friedlichen Revolution im Osten Deutschlands wurde am 03.10.1990 die förmliche Wiedervereinigung Deutschlands vollzogen.Im WS 1989/90 konnten unter der Leitung des Senior Markus Kern v/Carlos vier weitere Füchse in unseren Bund aufgenommen werden.Das Stiftungsfest 1990 fand unter der Leitung des aktiven X Holger Schmidt v/Chivas wieder im Bootshaus der Binger Rudergesellschaft statt. Der Abend war geprägt von dem Thema, was beide zu diesem Zeitpunkt noch offiziell geteilte deutschen Staaten beschäftigte: Die Wiedervereinigung.

Anlässlich dieser Wiedervereinigung feierten wir im Oktober 1990 eine hochoffizielle Kneipe mit den Binger Burschenschaften, der Burschenschaft Markomannia und der Burschenschaft Bavaria. Unser AH v/Goliath beehrte uns als Festredner mit einer bis heute unvergessenen Rede. Das immer größer werdende Interesse an der sogenannten Grenzwissenschaft "Transkommunikation" wurde durch den Andrang im Physikhörsaal der alten FH am 31.10.1990 sehr deutlich, wobei uns der allseits bekannte Referent Prof. Dr. Senkowski in die n-dimensionale Welt einführen konnte.

Im WS 1990/91 wurde unser AH-Vorstand neu gebildet. Thomas Linke v/Spritty übernahm von Günther Kirschbaum v/Cicero das Amt des Schriftführers. AH v/Cicero hatte das Amt des AHXX seit dem WS 1977 inne. Dies entspricht 26 Semester, also 13 Jahre, die er im AHV tätig war. Unser Vorstand bestand damit aus dem AHX Jürgen Göbel v/Zeus, dem AHXX Thomas Linke v/Spritty und dem AHXXX Horst Stöcken v/Götz. Das Semester brachte zwei neue Füchse. In dieser Zeit zeigte sich die enge und freundschaftliche Beziehung innerhalb aller Binger Verbindungen, welche sich an den stets überfüllten Kneipen widerspiegelte. Die Aktiven ließen es sich nicht nehmen, jede Kneipe in Bingen oder Geisenheim zu besuchen. Immer mit dabei Matthias Heßling v/Capello, der in diesem Semester als CCX die Binger Verbindungen repräsentierte.Am 19.04.1991 nahmen die 4 Bundesbrüder als "Erkundungstrupp" für eigene Veranstaltungen an einem Landesvaterstechen bei der Burschenschaft Markomannia zu Frankfurt in Bad Vilbel teil. Am 18.05.1991 bekräftigten und erneuerten wir mit der Zelebration des in unseren Reihen seit langer Zeit ersten Landesvaters unter großer Resonanz seitens unserer AHAH den Treueschwur gegenüber unserem Bund.

Pünktlich wie jedes Jahr an Pfingsten eröffnete dann der aktive Senior Markus Thömmes v/Lukullus im Bootshaus der Binger Rudergesellschaft um 20:38 Uhr den Festkommers des Stiftungsfestes im SS 1991. Acht Chargenabordnungen gaben sich im Laufe des Abends ihre Ehre. Auffallend war in dieser Zeit der sehr gute Kontakt zwischen den Binger und den Geisenheimer Verbindungen. Fast alle Aktivitäten wurden durch die Präsenz der genannten Korporationen zu eindrucksvollen Erlebnissen. Von AH v/Filuh war zu erfahren, dass an der Ingenieurschule zu Illmenau in Thüringen bereits seit einigen Jahren wieder eine Studentenverbindung Unitas in den Farben violett-gold-rot existierte. Bereits zu SED-Zeiten wurden hier, als "Verlobungen" getarnt, studentische Bräuche gepflegt. Im Frühsommer 1991 konnte dann ein erstes hochoffizielles Stiftungsfest gefeiert werden, bei dem auch AH v/Filuh, weitere Binger AHAH und einige Freunde aus der Schweiz anwesend waren.Im WS 1991/92 bestand die Aktivitas der Burschenschaft Holsatia aus acht aktiven, sieben inaktiven extra locum, zwei Verkehrsgästen und sechs Füxen (drei davon neu), also insgesamt 23 Aktiven, eine wirklich stolze Zahl. Die Holsatia stand nach innen wie nach außen sehr gut da. Die Kameradschaft unter den Aktiven sowie die Beziehung zu den AH-Damen, Alten Herren und Couleurdamen war hervorragend. Unser Haus als Studentenwohnheim war voll ausgelastet. Weiterhin rosige Zeiten bei Holsatia, welche auf die erfolgreiche Keilarbeit am ersten Vorlesungstag zurückzuführen war. Keine Zettelflut und Gourmettaktik, sondern das persönliche Gespräch mit potentiellen Keilfüxen bescherte unserem Bund weiterhin ausreichend Nachwuchs.

In diesem Semester dankte unser langjähriger AH-Präside Jürgen Göbel v/Zeus ab. Er stand der Burschenschaft Holsatia 36 Semester, sprich 18 Jahre, als AHX vor. Kein anderer hat die jüngste Zeit Holsatias nach unserer Wiedergründung so geprägt wie er. Mit seinem unermüdlichen Engagement war er stets Vorreiter und Vorbild für unsere Sache. Mit Souveränität und klarer Linie ließ er unserer Korporation immer genügend Raum, um sich frei zu entwickeln, setzte andererseits aber immer wieder Akzente, um den inneren Zusammenhalt zu stärken. Zusammen mit seiner Frau, unserer lieben CD Helena, prägte er das Holsatenleben so, wie wir es heute kennen. Auch in seinem Amt als AH-Ehrenpräside führt er sein Werk fort. Hans-Jürgen Reichart v/Zebion trat die Nachfolge als AHX an und wurde weiterhin durch Thomas Linke v/Spritty (AHXX) und Horst Stöcken v/Götz (AHXXX) unterstützt. Der aktive Senior v/Maestro und der neue AHX v/Zebion ließen es sich am Festkommers des AH-Tages nicht nehmen, den scheidenden "alten" AHX v/Zeus für seine herausragenden Tätigkeiten innerhalb der Burschenschaft Holsatia zu danken. Hierauf meldete sich der "Alte" zu Wort. Er zeichnete vor den Augen der lauschenden Corona das Bild einer starken Holsatia mit einer gesunden Aktivitas in einem geeinten Deutschland, ein Bild, von dem Generationen 80 Semester träumen mussten, und welches nun Realität ist. Besonderen Dank aber brachte er seiner Gattin CD v/Helena entgegen, die nicht nur immer Verständnis für seine Aufgaben als AHX bewies, sondern ihn als oberste Privatsekretärin des Bundes unterstütze. Die Sprengung von AH v/Zeus bekräftigte unser aller Dank.

Im Januar 1992 stieg der seit langer Zeit erste Mensurtag mit Beteiligung von Holsatia in Bingen. Nach mehrjährigem Ruhen stieg das Interesse an diesem Brauch sowohl in den Reihen der "Alten" als auch der Jungen.

Am 25.03.1992 wurde ein Burschenkonvent im Binger Bleistift abgehalten, an dem die Teilnehmer wohl vergessen hatten, wie bierernst eine solche Veranstaltung sein kann. Trotz strengsten BC-Geheimnisses folgt auszugsweise ein kurzer Abriss dieser stundenlangen Parodie aus dem Studentenleben einiger unserer Lieben:

Top 1-6:BC-GeheimnisTop
7:UnterbrechungTop
8:Glockenwache bei v/PaffeTop
9:Gangster kommt zurück
Top 10:Moltke trinkt einen Stiefel anTop
11:Der BC wird zum Fuxenstall und unser Senior sitzt halbnackt am Tisch
Top 12:Nun geht es lustig weiter
Top 13:Der XX renkt sich beim Stiefeltrinken den Arm aus
Top 14:Pause ex
Top 15:Ein weiterer Stiefel kreist in froher Runde
Top 16:v/Carlos: Frauen müssen weiblich sein
Top 17-18:BC-Geheimnis
Top 19:Senior: Ha, ha, ha,
Top 20:Der Senior ist ein anständig erzogener Saarländer, v/Chivas stärkt sich
Top 21:v/Paffe trinkt dem Senior zufällig den schäbigen Rest zuvor
Top 22:v/Lukullus erkennt endlich warum v/Gangster zufällig alle Stiefel austrinkt: "Haste den schon mal singen hören?"
Top 23:Antrag, dass mindestens 1 mal im Jahr ein BC am Luganer See abzuhalten ist
Top 24:v/Carlos: Jetzt hört doch mal mit dem Kappes auf
Top 25-30:BC-GeheimnisTop 31:v/Capello: Was ist ein kurzer Rock? v/Chivas: Ein kurzer Rock bedeckt nicht das Knie v/Carlos: Alles ist erlaubt, was gesellschaftlich angesehen ist
Top 32:v/Maestro will keinen kurzen Rock anziehen und der Senior soll noch einmal alles vorlesen ...
Top 33-45:BC-Geheimnis

Das WS 1992/93 brachte unter der Leitung von Kai Fischer v/Moltke drei neue Mitglieder. Markus Schnell v/Flitz übernahm am AH-Tag das Amt des AHXXX von Horst Stöcken v/Götz, der insgesamt 25 Semester in diesem Amt tätig war. Der Vorstand bestand damit aus Hans-Jürgen Reichart v/Zebion als AHX, Thomas Linke v/Spritty als AHXX und Markus Schnell v/Flitz als AHXXX. Die kräftige Aktivitas, die untereinander, zum AH-Verband und zu anderen ortsansässigen Korporationen ein sehr gutes Verhältnis hatte, verlebte prächtige Zeiten. Auch insgesamt war das Korporationsleben in Bingen lebhaft, teilnehmerreich und ein fester Bestandteil des Binger Studentenlebens. Der Senior des SS 1993 Thomas Müller v/Baron führte uns durch unser 70-jähriges Stiftungsfest mit Festkommers am Rhein-Nahe-Eck und Ball auf der Burg Klopp.Die Keilarbeit im folgenden WS 1993/94 bescherte uns fünf neue Füchse. Glanzzeiten für den Fuxmajor v/Baron, der seinem Senior Wilfried Wilmes v/Quax III mit solcher Unterstützung kräftig Paroli bieten konnte. Erneut wurde von einigen Bundesbrüdern der Paukbetrieb unter Anleitung des Paukwartes der L! Rheno-Teutonia aufgenommen.

Im SS 1994 zog ein weiteres neues Mitglied in den Fuxenstall. Es sollte der letzte Fux für die kommenden drei Semester sein. Doch noch ahnte keiner die Sorgen um Nachwuchs. Noch war die Aktivitas stark, wenn auch bereits "in den Jahren" und viele kurz vor ihrer Inaktivierung. Die Entwicklung kam schleichend, keiner nahm sie so richtig war. Es ging uns gut, wir hatten Spaß, es war schön. Aber was war los mit den "Neuen"? Spähfüchse fanden nicht mehr den weg zu uns, es war wie abgerissen. Dunkle Wolken zogen auf, allerdings in unserem Rücken; und wir blickten in den noch sonnigen Teil des Himmels. Ein Trost für uns, aber für das Binger Studentenleben um so schlimmer: Alle Binger Korporationen waren von diesen Nachwuchssorgen betroffen. Die sonst dicht gefüllten Reihen an Veranstaltungen lichteten sich langsam, schwerlich merklich, aber stetig.

Das SS 1995 begann mit der hochoffiziellen Semesterantrittskneipe. v/Velo wurde geburscht und nahm als FM den Fuxenstall unter seine Fittiche. Als kulinarischer Leckerbissen erwies sich die Mützentaufe von Elvis. Zu später Stunde fanden zwei Zimmermänner, von der Walz kommend, in ihrer Tracht den Weg in den Binger Bleistift. Es wurde bis tief in die Nacht über Traditionen geredet und diskutiert. Ein historischer Vortrag "Ausgrabungen einer römischen Siedlung bei Blieskastel/Saar" von Johannes Naumann, Altphilologe an der Universität Saarbrücken von der KDStV Saarland gab den Teilnehmern einen Einblick in die Lebensweise der Menschen zu dieser Zeit. Holsatia stellte eine Partie auf einem Mensurtag in Mainz. Schwungvoll und sehr sangesfreudig ging es bei einer Kreuzkneipe mit und bei der L! Rheno-Teutonia zu. Ein angezetteltes Fußballspiel zwischen Teutonen und Holsaten, welches an diesem Tag nie zustande kam, sollte im Herbst nachgeholt werden. Angenehme Witterungsverhältnisse ließen es zu, dass die traditionelle Maibowle auf dem Wendehammer zelebriert wurde. Braumeister v/Augustinus konnte eine große Anzahl von Korporierten und Gästen begrüßen. Dem bunten, lustigen Treiben machte allerdings gegen 23:30 Uhr die Polizei ein Ende. Ein Anwohner hatte sich über zuviel Sangeskunst beschwert, so dass man in die Konstante einzog, um den herrlichen Abend dort ausklingen zu lassen. Im "Stumpfen Turm" hatte AH v/Rinaldo die Aktiven auf ein Glas Bier geladen. Selbstverständlich wurden auch hier diverse Kanten gesungen, und wer nicht mitsang, den schickte AH v/Rinaldo persönlich in die Kanne. Die Burschenschaftskneipe mit der Burschenschaft Markomannia verlief auf unserem Haus in den gewohnten Bahnen, und man blickte stolz auf den Bändertausch mit der Burschenschaft Markomannia vor 70 Jahren zurück.

Den Höhepunkt des SS 1995 stellte unser 72-jähriges Stiftungsfest an Pfingsten dar. Pünktlich wie jedes Jahr um 20:33 Uhr schlug der aktive Senior v/Kpt. Balu den hochoffiziellen Festkommers am Rhein-Nahe-Eck an. Neben den Chargierten konnte der Senior auch einige AHAH begrüßen, die man schon seit längerem nicht mehr in Bingen gesehen hatte. Stellvertretend sei hier unser AH v/Spund erwähnt, der aus Kalifornien angereist war. Nach sechs Bier, so heißt es, redete AH v/Spund nur noch in der englischen Sprache, was aber dem Erfolg dieser Veranstaltung keinen Abbruch brachte. Nach traditionell flottem Verlauf des hochoffiziellen und offiziellen Teils ging es in die Fidulität. Es floss noch ziemlich viel Bier in die Kehlen der Durstigen bis die letzten Zecher das Bootshaus am frühen Morgen verließen.Zu bemerken war die insgesamt schwache Beteiligung Alter Herren an den Veranstaltungen der Holsatia. Ausnahme war unser AH v/Rinaldo, der unermüdlich den Kontakt mit der Aktivitas suchte. Desweiteren seien an dieser Stelle AH v/Yogi und AH v/Filuh erwähnt, die in schweißtreibender Arbeit die neue Zentralheizung in unseren Binger Bleistift einbauten. Ebenfalls bekam unser Haus ein neues Dach.Im Juli 1995 erreichte uns die Nachricht vom Tod unseres AH und Ehrenpräsiden Karl Gabler v/Parsival. Er, der unserem Bund insgesamt 35 Semester als AHX vorstand und Holsatia nach der Wiedergründung durch die schwere Nachkriegszeit führte, hatte uns für immer verlassen. Anlässlich der folgenden Kneipe wurde seiner mit einem hochoffiziellen Trauersalamander gedacht.

Im WS 1995/96 wurde unser AH-Vorstand abermals verändert. Holger Schmidt v/Chivas übernahm das Amt des Schriftführers von Thomas Linke v/Spritty. Der Vorstand bestand somit aus dem Präsidien Hans-Jürgen Reichart v/Zebion, dem Schriftführer Holger Schmidt v/Chivas und dem Kassenwart Markus Schnell v/Flitz. Es stieg erneut ein Mensurtag mit Beteiligung Holsatias in Mainz. Zwei Füxe wurden gekeilt, von denen allerdings nur einer uns die Treue hielt. Im SS 1996 bestand unsere Aktivitas gerade mal aus vier Aktiven. In diesem Zusammenhang baten der AHV und die Aktivitas jeden einzelnen Bundesbruder alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um auf möglichst vielen Veranstaltungen in den kommenden Semestern anwesend zu sein und somit den Fortbestand der Burschenschaft Holsatia nicht alleine der Aktivitas aufzubürden. Für uns alle sei es von hoher Wichtigkeit, dass die Aktivitas die Unterstützung vom AHV erhielte, die für eine erfolgreiche und überlebenswichtige Keilarbeit nötig sei.Auf der am 28.06.1996 gestiegen Ex-Kneipe feierten die Holsaten in einer nicht großen, aber gemütlichen Runde das Ende des Semesters. AH Jürgen Göbel v/Zeus, der nach dem Tod unseres AH v/Parsivals auf einem außerordentlichen AH-Convent am Stiftungsfest 1996 einstimmig zum neuen AH-Ehrenpräsiden gewählt worden war, brachte zu diesem Anlass einen ganz besonderen Kerzenständer mit und erzählte dessen Entstehungsgeschichte: Unser AH Ernst Klingenberg v/Doktor fertigte zu seiner Zeit in seiner Firma für jeden verstorbenen Bundesbruder einen Kerzenständer mit Name, Geburts- und Sterbedatum. Kurz bevor diese Kerzenständer-Produktion endete, fertigte er noch einige Ständer für verdiente AHAH, die noch lebten. So war unter diesen auch einer für den 1995 verstorbenen AH-Ehrenpräsiden Karl Gabler v/Parsival. Als AH v/Zeus diesen Ständer vor einigen Jahren im Binger Bleistift entdeckte, nahm er ihn in Verwahrung, um ihn nach AH v/Parsivals Tod seiner Bestimmung zu übergeben.

Im WS 1996/97 war die Situation an den Hochschulen alles andere als rosig. Stark rückläufige Studentenzahlen, gerade in den technischen Fächer, ließen auch an der Fachhochschule Bingen die Neueinschreibungen zurückgehen. Zum neuen Semester begannen in Bingen gerade mal 170 Studenten. Dies umfasste alle Fachbereiche, wobei die Zahl in den Vorjahren bei über 400 lag. Unsere Aktivitas bestand nur noch aus vier Aktiven. Aufgrund dieser Tatsachen war es besonders wichtig, die wenigen Neuanfänger auf unseren Bund aufmerksam zu machen. Der AHXX Holger Schmidt v/Chivas arrangierte mit seiner wohl einmaligen Art des Organisierens und natürlich mit den Aktiven die verschiedensten Veranstaltungen, wie z.B. die Begrüßung der Erstsemester mit Preisausschreiben und den wieder ins Leben gerufenen Holsatentag. AH v/Chivas bat in einem seiner vielen Rundschreiben alle AHAH aus der näheren Umgebung Bingens sich zusammen mit den Aktiven in der Hasengasse zu treffen, um dort neue Spähfüxe über das Verbindungsleben zu informieren und zu zeigen, dass das Studium Spaß macht und der Kontakt nach Bingen nie wieder abreißen kann, wenn man die Freunde fürs Leben gefunden hat. Die in diesem Zusammenhang stattfindenden Mittwochsveranstaltungen unserer Aktiven wurden seit dieser Zeit zu einem festen Bestandteil im Holsatenprogramm.Die Ausbeute all dieser Aktionen war allerdings nicht zukunftsichernd: Wiederum konnten zwei neue Mitglieder geworben werden, von denen erneut nur einer als Holsate "überlebte".

Zum AH-Tag am 19.10.1996 gab der Festausschuss "75 Jahre Holsatia" den geplanten Festablauf für 1998 dem AHC bekannt. AH Werner Griebsch v/Yogi, Chef der GbR "Holsatenhaus", legte dar, dass das Problem der Zimmerbelegung im unmittelbaren Zusammenhang mit den stark gesunkenen Studentenzahlen steht. Die Fachhochschule Bingen weihte am 07.11.1996 den zweiten Bauabschnitt des FH-Neubaus in Büdesheim mit dem Bau V offiziell ein. Hierzu waren alle Korporierte eingeladen und machten von den Feierlichkeiten regen Gebrauch. Am 16.11.1996 ging Holsatia "online" ins Internet, so dass ab diesem Zeitpunkt "Surfer" ihre Holsaten-Neuigkeiten auch im Internet nachlesen konnten. Am Nikolausstammtisch am 06.12.1996 war der Binger Bleistift seit langer Zeit mal wieder zum Bersten voll. Neben dem gesamten AH-Vorstand konnte der aktive X zahlreiche AHAH sowie CDCD und viele Gäste begrüßen. Nachdem der Nikolaus und sein Knecht Ruprecht die Corona auf ihre Missetaten des vergangenen Jahres aufmerksam gemacht hatten, verbrachte man in einer gemütlichen Runde bei Feuerzangenbowle, die mehrfach (R)umgerührt wurde, einen gelungenen Abend. Das Christkind kam einige Tage später zum Stammtisch. Wie üblich vertrieb man sich bei Glühwein und frischen Plätzchen die Wartezeit, bis AH v/Zeus das Wort ergriff und berichtete, dass er in Vertretung des Christkindes ein Geschenk in Form einer neuen, prächtigen Außenfahne in den Farben violett-gold-rot überreichen wolle.

Einen neuen Namen und ein neues Layout erhielt das AH-Rundschreiben im SS 1997 durch unseren AHXX Holger Schmidt v/Chivas: Der "Holsate", ein Rundschreiben mit Pfiff nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch die Optik. Am 10.04.1997 feierte unser AH Karl-Heinz Tegtmeyer v/Rinaldo seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Grund ernannte die Burschenschaft Holsatia AH v/Rinaldo zum Ehrenburschen.Im WS 1997/98 bestand unsere Aktivitas gerade mal aus drei Mann. Die Situation der Aktivitas war so ernst wie zuletzt kurz nach dem 2. Weltkrieg. Die Ämter im Vorstand mussten zum Teil in Personalunion geführt werden. Im Klartext bedeutete dies, dass einige Aktive mehrere Ämter übernehmen mussten. Der Zustand war höchster Anlass zur Sorge um den Fortbestand unserer Aktivitas. Der AHXX rief abermals alle AHAH die Aktivitas tatkräftig zu unterstützen. Das Motto konnte nur lauten: "Nur gemeinsam sind wir stark" Offensives Keilen mit der bestmöglichsten Unterstützung aller Holsaten ist das einzige Mittel zum Fortbestehen der Burschenschaft Holsatia. Intensive Keilarbeit unseres Bundesbruders v/Velo, bereits seit mehreren Semestern inaktiv, brachte uns zunächst einen neuen Fux, der seinerseits rege die Werbetrommel rührte.

Zum AH-Tag 1997 schied Markus Schnell v/Flitz aus dem AH-Vorstand als Kassenwart aus. Sein Amt übernahm Matthias Heßling v/Capello. Der AH-Vorstand hatte somit folgende Besetzung: Hans Jürgen Reichart v/Zebion AHX, Holger Schmidt v/Chivas AHXX, Matthias Heßling v/Capello AHXXX.

Am Freitag, dem 24.10.1997, fand im Rahmen der Jubiläumsfeier "100 Jahre Ingenieursausbildung in Bingen" der 1. Binger Korporationsball statt. Die Binger Studentenkorporationen, die als Ganzes betrachtet die größte Absolventenvereinigung darstellt, wurden gebeten, sich dem Programm der Fachhochschule Bingen einzubinden. Die Zielsetzung dieses Balls lag insbesondere darin, Gelegenheit zu bieten, über Generations-, Korporations- und Fachbereichsgrenzen hinweg auf breiter Ebene auch mit der Dozentenschaft Wiedersehen zu feiern und alte Freundschaften aufzufrischen. Neben sehr vielen Korporationen konnten zahlreiche derzeitige und ehemalige Professoren der Fachhochschule begrüßt werden, so dass insgesamt ca. 430 Teilnehmer gezählt werden konnten. Holsatia stellte mit ca. 80 Personen die größte Abordnung, ein wahrlich beeindruckendes Ereignis.Am 25.10.1997 hatte die Fachhochschule Bingen zum Festakt der 100-Jahresfeier in die Stadthalle Bingen geladen. Präzise auf den Tag genau 100 Jahre nach der Gründungsfeier im Jahre 1897 konnte die neue Präsidentin der Fachhochschule, Frau Dr. Sorensen, ein vollbesetztes Auditorium begrüßen. Nach Grußworten und Festreden hielt Prof. a.D. Dipl.-Ing. Kuhn, einen wunderbaren Diavortrag zur Geschichte unserer heutigen Fachhochschule. Nach dem Festakt hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, bei dem Tag der offenen Tür, den gesamten Neubau und hier speziell den zweiten Bauabschnitt zu besuchen. Auch die Binger Studentenverbindungen waren mit zwei Glasvitrinen, in denen couleurstudentische Exponate aus der Vergangenheit gezeigt wurden, vertreten. Bilderwände der einzelnen Verbindungen ergänzten die korporative Präsentation und zeigten, dass das Verhältnis zwischen der Fachhochschule Bingen und den Studentenverbindungen als sehr gut zu bezeichnen ist.Die Keilarbeit zeigte im Verlauf des Semesters weitere Früchte: Zwei weitere Füxe traten Holsatia bei. Mit insgesamt drei Füxen und drei Burschen sowie zahlreichen "aktiven Inaktiven" und aktiven AHAH war das Holsatenleben zunächst mal im Grundstock gesichert. Anlass zu Euphorie war allerdings noch lange nicht gegeben.

Das 75. Stiftungsfest (1998). Die Vorbereitungen für unser 75. Jubiläum gingen Anfang 1998 in die "heiße Phase". Der Festausschuss arbeitete intensiv, einige Workshops im "Binger Bleistift" und am Luganer See wurden abgehalten.Die Feierlichkeiten "75 Jahre Burschenschaft Holsatia" fanden vom 30. Juni 1998 bis 01. Juli 1998 statt. Den inoffiziellen Auftakt bildete traditionell der Willkommensstammtisch beim T.R.V. Rhenania am Freitag bei Grillfest und Bier. Eine kleine Ausstellung in unserem Kneipraum des "Binger Bleistifts", die die Geschichte unseres Bundes beleuchtete, eröffnete am Samstagmorgen das offizielle Programm. Gegen 16.00 Uhr traf man sich dann zum hochoffiziellen Stechen des Landesvaters, zu dem insgesamt 18 aktiv stechende Paare sowie eine nahezu gleich große Anzahl von korporierten Zuschauern begrüßt wurden.Bereits am Vormittag hatten Mitglieder des Festausschusses den Festsaal für den weiteren Verlauf des Jubiläums geschmückt. Violett-gold-rote Banner, Kerzen und Tischgestecke gaben dem Saal den rechten Farbglanz. Das Bühnenbild zeigte unser Jubiläumswappen mit dem Couleurstudent in Vollwichs mit Banner über Bingen. Es gab der Bühne ein restlos glänzendes Erscheinen. Nur leicht verspätet konnte unser AHX Hans Jürgen Reichart dann den Einmarsch der Chargenabordnungen zum hochoffiziellen Festkommers ansagen. Es zogen ein die hohen Chargen eines verehrlichen T.R.V. Rhenania zu Bingen, einer schweizer Studentenverbindung Stenographia Biennensis, einer hochwohllöblichen KTV Ripuaria zu Bingen im TCV, einer freien Studentenverbindung Amicitia-Ceres Bad Kreuznach zu Bingen, einer verehrlichen L! Rheno-Teutonia zu Bingen im CSC und abschließend die Chargen unserer Verbindung in der Besetzung: Ingo Krüger v/Tantalus II X, Gerald Braun v/Fitz Geraldo XX, Gunnar Noe v/Talleyrand XXX, Marc Lindstädt v/Dago FM.Als erstes Allgemeines stieg der Kantus "Ehre, Freiheit, Vaterland". Sodann folgte die Begrüßung der etwa 200 Anwesenden. Besondere Freude machte uns der Besuch der Oberbürgermeisterin der Stadt Bingen, Frau Birgit Collin-Langen. Es wurden zahlreiche Vertreter von ca. acht verschiedenen schweizer Verbindungen begrüßt, die dem Aufruf unseres Bundesbruders Fritz Tschabold v/Zipo zur Fahrt nach Bingen gefolgt waren.Es folgte die Begrüßungsrede des aktiven Seniors. Unser AH-Präside stellte hiernach in seiner Ansprache Beweggründe und Mut unserer Gründer heraus und beleuchtete kurz unser ¾-Jahrhundert Geschichte. Das Grußwort von Frau Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen folgte. Die spontane Ansprache unseres Ehrenburschen und AH Karl-Heinz Tegtmeyer v/Rinaldo, der mit seinen 92 Jahren den größten Teil unserer Bundesgeschichte persönlich begleitete, stellte die Werte heraus, auf denen unser Streben aufgebaut ist. Er erhielt stehende Ovationen.Es folgte die symbolische Übergabe der neuen Vollwichs in Form von neuen Cerevisen und neuen Schärpen durch den AHXX. Er dankte noch einmal allen Spendern, die bei dieser bisher beispiellosen Spendenaktion die gesamte Vollwichs ohne Beteiligung der AH-Kasse ermöglichte. Die Festrede wurde von unserem lieben AH Werner Happ v/Paris gehalten. Der für viele feierlichste Moment war die Aufnahme unserer zwei neuen Füxe. Der Senior freute sich sehr, dass die Keilarbeit solch relativ gute Früchte getragen hat. Er betonte aber, dass zum Fortbestehen unseres Bundes von allen Seiten (Aktivitas und AHV) weiter kräftig gearbeitet werden müsse.Der Kantus Gaudeamus igitur war mit Unterstützung unserer schweizer Freunde ein Erlebnis. Unser Bundesbruder Fritz Tschabold v/Zipo überreichte eine Bannerschleife der Stenographia. Vom T.R.V. Rhenania wurde eine Schiffsglocke überreicht. Mit dem Kantus Vom hoh’n Olymp herab folgte die Ehrung unser verstorbenen Bundesbrüder und -schwestern. Unser Farbenkantus beendete den hochoffiziellen Teil. Im Offiz überreichte CD v/Sonny als Geschenk der Couleurdamen eine Bannerschleife. Die Ehrenbänder für 100 Couleursemester wurden vom CC an vier unserer Bundesbrüder überreicht. Der Ausmarsch der Chargen schloss den Offiz und leitete in ein gemütliches Beisammensein bis ins den dämmernden Morgen.Fast pünktlich packten es unsere Chargen am Sonntagmorgen zur Chargenauffahrt, die zum Gemeinschaftsfoto am Rhein-Nahe-Eck endete. Nach gemeinsamem Mittagessen traf man sich dann am Abend zum 4-Farben-Couleurball von Holsatia, Bavaria, Markomannia und Rhenania mit insgesamt 400 Teilnehmern. Nach einem Sektempfang und dem Chargentanz war die Tanzfläche von Anfang bis Ende zu Bersten voll.Der Ex-Bummel führte uns am Montag auf dem Rhein mit der MS "Robert Stolz" bis zur Loreley.

Ca. 130 Couleur-Fahrgäste wurden eingeschifft und suchten sich ihren Platz auf dem offenen Oberdeck. Bei herrlichstem Wetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen machten wir uns auf den Weg. Vorbei an unserem Zirkelfelsen ging es rheinabwärts. In vielen größeren und kleineren Grüppchen genossen alle das gewohnte, aber immer wieder beeindruckende Panorama bei ebenso beeindruckenden Mengen an kommentmäßigem Stoff. Es wurde getreu dem §11 verfahren und fortgesoffen.

Als wir nach 5 Stunden wieder in Bingen anlegten, hieß es für viele Abschied nehmen. Für die ganz Harten unter den Jubiläumsteilnehmern, und das waren eine ganze Menge, hieß es dann aber: Abtrunk im Binger Bleistift. In der zum Platzen gefüllte Konstante fanden dennoch alle irgendwie einen Platz. Stiefel, Kanten und Gespräche wechselten sich freudig ab. Das genaue Ende weiß keiner mehr so recht zu berichten. Nur eines weiß noch ein jeder: Ein wundervolles Jubiläum war zu Ende.

Aufbrauch in das neue Jahrtausend (1998-heute)

Im WS 1998/99 wurden der CC als auch der BAHC  von Holsatia geführt. Das ansonsten ruhige Semester endete mit einer furiosen Exkneipe, an die sich alle gern erinnern. Selbst um 01:00 Uhr waren noch mehr als 20 Bundesbrüder anwesend Ein neuer Computer und Telefon auf jedem Zimmer verbessern die Wohnqualität im Holsatenhaus. Leider trat nur ein Fux unserem Bund bei. Die von AH v/Baron restaurierte Kellertreppe wurde mit einem Weinstiefel eingeweiht.

Die Kneipen des SS1999 waren meist gut besucht, die Commentfestigkeit der Aktiven durfte aber bezweifelt werden. Die Semesterantrittskneipe war sehr gut besucht, nachdem vorher erstmals per E-Mail eingeladen wurde. Das Stiftungsfest fand in in etwas kleinerem Rahmen statt als das 75. Ein großartiger Grillabend bei AH Yogi rundete das Semester ab

Der AH-Tag des WS 1999/2000 brachte einen Wechsel im Vorstand: Der bisherige AHXX Chivas übernahm das Amt des AHX, Hilmar Schumann v/Hägar übernahm das Amt des XX, Lukullus wird AHXXX. Filuh wuird für seine Verdienste zum Ehrenburschen gewählt. Das Millenium wird mit einer rauschenden Party in der Konstante begonnen

Im SS2000 nahm die Zahl der Aktiven wederum bedenklich ab. Gewisse Verstimmungen zwischen AHV und Aktivitas konnten einvernehmlich beigelegt werden. Das rauschende Stiftungsfest bleib lange im Gedächtnis. Die Maibowle mit Vortrag und Vorführung über „Sicherheit beim Kettensägen“ fand auf dem Wendehammer vor der Konstante statt.     

Am AH-Tag des WS 2000/2001 konnten 9 Aktive in den AH-Verband aufgenommen werden, die Situation in der Aktivitas ist nach wie vor unbefriedigend und es wurde die Arbeitsgruppe „quo vadis Holsatia“ gegründet. Nach langer Diskussion können Frauen nun auch als AH-Damen in den AH-Verband aufgenommen werden. Leider verlief die Keilarbeit trotz grosser Anstrengungenen auch des AH-Verbandes wieder ergebnislos. Am 05.02.2001 starb unser EB Prof Schilling. Holsatia stiftete einen Baum auf dem neugestalteten Wendehammer.

Ein ruhiges Semester war das SS2001 durch Mangel an Aktiven. Kneipen wären ohne Beteiligung von AHAH kaum noch durchführbar. Selbs aktive Chargenämter mussten durch AHAH besetzt werden

Auch im WS 2001/02 ist die Aktivitas wieder nur schwach besetzt, auch wenn zwei Chinesische Studenten als Mitglieder gewonnen wurden. Der Beitrag im Zusammenhang mit der Euroumstellung zum ersten Mal seit sehr langer Zeit angehoben, nämlich um etwa 3 Mark pro Jahr

Die Kneipen sind auch im SS2002 wieder schwach besucht, das Stiftungsfest ist nur durch warmen Sekt in Erinnerung. Ein AH-Grillen bei Hagen kann wenigstens die Aktiven trösten.

Der AH-Tag im WS 2002/2003 brachte wieder eine Veränderung im Vorstand des AHV, weil Chivas und Lukullus nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung standen. Die Neuwahl ergibt Hägar als AHX, Silvester als AHXX sowie Gangster als AHXXX. Um das Haus schneller erwerben zu können, wird ein auf sieben Jahre befristeter Zusatzbeitrag in Höhe von 35 € p.a. eingeführt. Etliche AHAH stellen diesen Betrag gleich auf einmal zur Verfügung. Ein chinesischer Themenabend mit chinesischem Buffett und einer Reihe von unterhaltsamen Vorträgen über China war ein kulturelles Highlight.

Das SS2003 verlief ruhig und ohne Schwierigkeiten, aber auch ohne Höhepunkte

Am AH-Tag im WS2003/04 konnten wieder 3 Burschen in den AH-Verband aufgenommen werden, allerdings mussten auch 3 Austritte hingenommen werden. Die Kneipen sind nach wie vor enttäuschend schlecht besucht.

Das SS2004 brachte außer einem gut besuchte Stiftungsfest ohne besondere Höhen und Tiefen auch einen Afrikanischen Themenabend mit Fux Arol v/Bobby. Sehr gut besucht, sogar von Studierenden Gästen

Die Krise der Aktivitas erreichte im WS2004/05 einen Höhepunkt: Kein Chargenamt konnte mit Aktiven besetzt werden. Einige wenige Kneipen mussten von AHAH organisiert werden, die gleichwohl in guter Erinnerung blieben. Der AH-Tag bringt erneut einen Wechsel im Vorstand: Huzel übernimmt das Amt des AHXX von Silvester.

Im SS2005  sahen wir endlich wieder Licht am Horizont, da einige wenige Fuxen beigetreten waren. Die Kneipen waren auch wieder etwas besser besucht. Das 100. Stiftungsfest der Stenografia Biennensis unter Beteiligung der Holsatia bleibt lange in Erinnerung, ebenso die lustige Brandung unserer neuen Füxin Pandoria

Im WS2005/06 erstarkt die Aktivitas weiter, was sich sogleich in den fröhlichen Kneipen niederschlägt. Der „Verluschd“ eines Biernamens gibt zu anhaltendem Schmunzeln Anlass. Am AH-Tag ergibt sich wieder ein Wechsel im AH-Vorstand: Hägar und Gangster scheiden aus. Der Neue Vorstand Hagen, Huzel, Tabaluga nimmt die Arbeit auf. Im Januar wird Bad, Innenhof und Flur renoviert.

Das Erinnerung an das schöne, gut besuchte Stiftungsfest im SS2006 wurde überschattet vom Tod unseres Rinaldo am 2.Juli. Ein weiterer Fux konnte gekeilt werden! Eine rauschende Hochzeit findet in China statt – zwei Holsaten heiraten! Atto und Segel! Natürlich sind auch zwei weitere Holsaten zugegen.

Im WS2006/07 erstarkte die Aktivitas weiter, die Chargenämter konnten erstmalig wieder alle von Aktiven besetzt werden. Ein schöner Reigen von Kneipen und anderen Veranstaltungen war durchweg gut besucht. Im Haus wird ein, wahrscheinlich lange unentdeckter Wasserschaden festgestellt. Der AH-Tag brachte eine neuerliche Änderung im Vorstand: Spritty übernimmt AHXX-Amt von Huzel. Am Ende des Semesters konnten 6 Fuxen gezählt werden.

SS2007: Wieder sind die Kneipen dieses Semesters wunderbar und meist gut besucht. Gleich die Antrittskneipe war Belegt bis auf den letzten Platz, AHX Hagen gesprengt Anlässlich des Stiftungsfestes wird das künstlerisch neu gestaltete „Fenster zum Hof" enthüllt. Der Düsseldorfer Stammtisch wird nach 50 Jahren mangels Interesse eingestellt 

Im WS2007/08 musste ein Außerordentlicher AHC stattfinden. Zwei Fuxen verließen den Bund. Eine Federweissenkneipe mit Vortrag über eine Reise zum Nordpol blieb in Erinnerung. Bis auf die wunderbare Exkneipe mit vollem Haus waren die Kneipen durchweg schlecht besucht

Das SS2008 brachte am Stiftungsfest einen wunderschönen Festkommers im Hildegardiskeller mit starker Schweizer Beteiligung und Traumwetter beim gutbesuchten Exbummel. Bei einer sehr kleinen Maibowle wurde lebhaft über den synthetischem und giftgrünen, aber gleichwohl commentgemäßen Stoff diskutiert.