Mit Pauken und Trompeten

von  v/Maestro

Chorkonzert Capriccio, Vokalensemble „Vocalisa“ gemeinsam mit den Mainzer Dombläsern am 06. Januar 2018 in Bad Kreuznach .

Unter diesem Motto haben sich Musik- und Gesang-liebhaber der Holsaten getroffen um das Dreikönigsfest, das Hochneujahr zu feiern. Unter den Sängern der Veranstaltung unser Ehrenpräside AH v/Zeus. In Couleur konnten sich CD Helena, unser AHXXX v/Silvester mit AHDame Floh sowie AHXX v/Maestro mit Astrid von der festlichen Musik in der restlos vollbesetzten Nikolauskirche beeindrucken lassen.

Das wäre die nüchterne Zusammenfassung dieser Unternehmung und würde damit dieses einmalige Erlebnis noch nicht einmal im Ansatz würdigen.

Liebe Holsaten, Ihr erlaubt sicher eine, an dieser Stelle ungewöhnliche, erweiterte Beschreibung. Beeindruckend, faszinierend und atemberaubend ! Dabei sind diese Worte wohlgewählt, nicht der Übertreibung willens. Bereits das Programm war sowohl in der Zusammenstellung wie in der Gestaltung ein Hochgenuss, weil es in einer Zeit fast permanenter Beschallung hier nun mit selteneren Musikstücken und Bearbeitungen eindrucksvoll und anmutig zugleich eingeladen hat, träumerisch zu genießen.

Leider kann ich hier nicht das gesamte Programm, gerne aber einen Bogen und Querschnitt des Erlebnisses vorstellen. Der klösterliche Einzug versetzte uns sofort in eine oxfordianische Stimmung, mit dem aus dem 15. Jh. stammenden Werk „Veni, veni, Emmanuel“, mit welchem der Chor Capriccio den Vorabend zu Epiphanias einstimmte. „Angels Carols“, von dem Vokalensemble „Vocalisa“ wobei die Sängerinnen mit engelsgleicher, vielstimmiger Tonsicherheit die „Ehre sei Gott in der Höhe“ lobpreisend intonierten. Eine Weihnachtsmotette „Jubilemus Salvatori“, bei welcher der Chor Capriccio und die Mainzer Dombläser dem Zuhörer in ausgewogener Harmonie (mit volumigem Bass), den Himmel nähergebracht haben. Ironie der Geschichte hierbei: der Komponist J.G. Albrechtsberger war nicht nur Organist im Wiener Stephansdom und kaiserlicher Hoforganist, sondern auch Lehrmeister von Ludwig van Beethoven. Da hat sich der Meister allerdings an seinem Schüler getäuscht, meinte er doch, dass dieser niemals „etwas Ordentliches machen würde“.

Das „Ave Maria“, gesungen von der Sopranistin und Chorleiterin Ensminger-Busse gemeinsam mit Ihrer Tochter, Antonia Busse. Ein Gesang, welcher mit glasklaren und glockenhellen Stimmen im Sopran (bei Alt) und Alt (bei Jung) einfach nur begeisterte. Die Damen werden mir diese Generationeneinteilung in der Klammer () nachsehen. Die etwas weniger bekannte Komposition von Giulio Caccini (ich gebe zu,ich musste googeln nach dem Komponisten) habe ich noch nie (!) zauberhafter gehört als an diesem Abend von Mutter und Tochter. Mit dem Ruf „Gib uns deinen Frieden“ hat der Chor Capriccio durch das „Dona nobis pacem“ – nein, nicht das meist kanonisch bekannte Werk (trad.), sondern die Komposition von M.L.Lightfoot (1952*) – zu Tränen gerührt, - wahrscheinlich nicht nur mich. (ja, ich gebe zu hierbei sentimental sehr nah am Wasser gebaut zu haben). Einfach wunderbar.

Das „Händel’sche Halleluja aus dem Messias“ bildete den wahrlich krönenden und imposanten Abschluss einer großartigen Vorstellung. Die Zugabe mit dem wiederholten Messias – bei dem alle Zuhörer mitsingen durften, versöhnte mich sogar mit dem Mitgesang meiner geliebten Frau. Naja – ich habe mich dabei halt mehr auf den Gesamteindruck konzentriert;-) Warum ich das so ausufernd hier beschreibe? Weil etwa unser Ehrenpräside AH Zeus im Chor mitsingt? Sicher auch, wenngleich nicht der Grund. Weil es ein starker Ausdruck ist, was Menschen im Stande sind zu „leisten“ wenn Sie mit Herzblut einem Hobby nachgehen. Die Tatsache, dass es sich hierbei fast ausschließlich um „Nicht Profis“ (das Wort Amateure wäre hier frevelhaft) handelt, fasziniert michund soll den „nicht feststellbaren Unterschied“ zu Profis unterstreichen. Lieber AH Zeus Unbeschreiblich schön! Hab herzlichen Dank für diese Einladung. Ich habe mich sehr gefreut, dass Eure tolle Chorleiterin an diesem Abend den Dank an den Chor/die Chöre, in den Vordergrund gestellt hat. Ganz mit den zitierten und zeitlosen Worten der Chorleiterin Frau Ensminger-Busse, leitete dieses Konzert über in unser neues Jahr (was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des RS nun schon wieder 3 Monate „sopran ist“ - ... Entschuldigung ... alt ist!). Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr. Apropos Herzblut. Es ist wissenschaftlich belegbar, dass beim gemeinschaftlichen Singen, der Vagus-Nerv im Hirn angeregt wird, dabei das Herz beruhigt und gleichzeitig Glückshormone ausgeschüttet werden.

Ein nicht ganz statthafter Vergleich zu unserem gemeinsamen Gesang in der Konstante und obwohl mit Ironie, letztlich doch kein Scherz. Glückshormone schütte ich dabei auch aus, aber gesanglich treffen wir in der Hasengassewohl eher den VaRus-Nerv und gedenken dabei zu sehr Herrn Quinctilius bei seiner Schlacht im Teutoburger Walde...... Simserim Sim Sim! Der Chor Capriccio veranstaltet d as nächste Konzert am Sonntag, 27.05.2018 um 17 Uhr und schon das Motto „Bach-Beatles und Bernstein“ verspricht abermals ein Ereignis zu werden. Erneutein Anreiz Vagus Nerv (tonal) und „VaRus Nerv“ (in Couleur) zu stimulieren. In meinem Kalender schon geblockt. Wer kommt mit?{jcomments off}